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Technisches Bau-Glossar

Die Begriffe rund um Schleifen, Stocken, Bohren, Staubabsaugung Klasse H und Ergonomie, einfach erklärt.

60 Referenzdefinitionen zu brushless Bauwerkzeugen, Betonoberflächenvorbereitung, Staubabsaugung und Baustellensicherheit.

A(8) Vibrationen
Täglicher Vibrationsexpositionswert, ausgedrückt in m/s², berechnet auf eine Referenzdauer von 8 Stunden. Die europäische Richtlinie 2002/44/EG legt einen Auslösewert von 2,5 m/s² und einen Expositionsgrenzwert von 5 m/s² für Hand-Arm-Vibrationen fest.
Siehe auch: Richtlinie 2002/44/EG, Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE)
Abbruchhammer
Elektrisches oder pneumatisches handgehaltenes Werkzeug, das ausschließlich im Schlagmodus für den Abbruch von Beton, das Entfernen von Fliesen und das Ausschachten harter Materialien arbeitet. Er unterscheidet sich vom Bohrhammer dadurch, dass er keine Werkzeugrotation vornimmt.
Siehe auch: SDS-Bohrhammer, Schlagenergie (Joule), A(8) Vibrationen
Absaugdeflektor
Zubehör, das an einem handgehaltenen Elektrowerkzeug (Schleifer, Nutfräse, Winkelschleifer) montiert wird, um die emittierten Stäube zum Absauganschluss zu leiten. Der Deflektor optimiert die quellennahe Erfassung und reduziert die Partikelausbreitung in der Arbeitsumgebung.
Siehe auch: Quellennahe Erfassung, Absaugung Klasse H, Betonschleifen (Boden)
Absaugung Klasse H
Höchste Filtrationsklasse für Industriesauger gemäß Norm EN 60335-2-69. Ein Sauger der Klasse H hält mindestens 99,995 % der gefährlichen Partikel (Siliziumdioxid, Asbest, Blei) zurück und ist für Arbeiten mit Exposition gegenüber diesen Stäuben vorgeschrieben. Er ist in der Regel mit einem HEPA-Filter und einem gesicherten Behälterverschlusssystem ausgestattet.
Siehe auch: HEPA-Filter, Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub), Asbest (Fasern), Quellennahe Erfassung
Absaugung Klasse M
Mittlere Filtrationsklasse für Industriesauger gemäß EN 60335-2-69: Mindestwirkungsgrad von 99,9 % gegenüber üblichen Schadstäuben. Geeignet für Stäube aus Hartholz, Gips oder Zement ohne erhöhten Gehalt an freiem Siliziumdioxid oder Asbest.
Siehe auch: Absaugung Klasse H, HEPA-Filter, Quellennahe Erfassung
Akku-Werkzeug (schnurlos)
Handgehaltenes Elektrowerkzeug, das von einem Li-Ionen- oder Hochdichte-Li-Ionen-Akku (18 V, 36 V oder 54 V je nach Produktreihe) gespeist wird und autonomes Arbeiten ohne Kabel ermöglicht. Bürstenlose Akku-Werkzeuge verbinden Mobilität, mit kabelgebundenen Versionen vergleichbare Leistung und reduzierten Wartungsaufwand.
Siehe auch: Bürstenloser Motor, Werkzeuglebensdauer (MTBF)
Alveolengängiger Staub
Fraktion der in der Luft schwebenden Stäube, deren Größe (unter ca. 10 Mikron) es ihnen ermöglicht, beim Einatmen die Lungenbläschen zu erreichen. Dies sind die gefährlichsten Stäube für die Gesundheit; ihre Konzentration unterliegt beruflichen Expositionsgrenzwerten (OEW).
Siehe auch: Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW), Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub), HEPA-Filter, Absaugung Klasse H
Asbest (Fasern)
Faserförmiges Mineral, dessen Inhalation schwere Lungenerkrankungen verursacht (Asbestose, Mesotheliom). Nach französischer Vorschrift werden Baustellen je nach Risiko in Unterabschnitt 3 oder 4 eingestuft, mit geeigneten Atemschutzgeräten und einer quellennahen Absaugung der Klasse H.
Siehe auch: Absaugung Klasse H, Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW), Quellennahe Erfassung
Befeuchtung (Staubunterdrückung)
Technik zur Reduzierung schwebender Stäube durch Zugabe von Wasser an der Schnitt- oder Bohrstelle. Die Befeuchtung verringert die Ausbreitung alveolengängiger Stäube, erfordert aber ein Management des belasteten Wassers und ist mit bestimmten Werkzeugen oder Umgebungen unvereinbar (elektrisches Risiko, Frost).
Siehe auch: Quellennahe Erfassung, Alveolengängiger Staub, Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub)
Belastungsminderung (Vorrichtung)
Gesamtheit technischer Lösungen zur Reduzierung körperlicher Belastungen der Bediener auf der Baustelle: Stützarme, Lastenausgleicher, passive oder aktive Exoskelette. Diese Vorrichtungen ermöglichen es, Zwangshaltungen und Wiederholungsbewegungen zu begrenzen, ergänzend zu organisatorischen Maßnahmen.
Siehe auch: Passives Exoskelett, Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), A(8) Vibrationen
Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW)
Höchstkonzentration eines chemischen Stoffes in der Luft an Arbeitsplätzen, dem ein Arbeitnehmer nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ohne Gesundheitsgefährdung ausgesetzt sein kann. Die OEW werden nach französischer Vorschrift durch die INRS und gesetzliche Regelungen festgelegt; sie werden in mg/m³ oder ppm ausgedrückt und können verbindlich oder indikativ sein.
Siehe auch: Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub), Asbest (Fasern), Alveolengängiger Staub, Quellennahe Erfassung
Betonbohren
Vorgang zum Bohren von Beton oder Mauerwerk mit einer Bohrmaschine, einem Bohrhammer oder einer Diamantbohrmaschine. Das Bohren kann durch Schlag-Rotation (kleine Durchmesser) oder durch Rotation allein mit Wasserkühlung (große Durchmesser, Stahlbeton) durchgeführt werden.
Siehe auch: Kernbohrung, Diamantbohrkrone, SDS-Bohrhammer
Betonfräsen
Aggressives Materialabtragungsverfahren mit rotierenden Hartmetallwalzen oder -werkzeugen zum Planfräsen einer Betonoberfläche, Entfernen von Harzüberschüssen oder Ablösen verklebter Beläge. Das Fräsen ist bei größeren Abtragsarbeiten schneller als das Schleifen.
Siehe auch: Scarifizierung / Fräsen, Betonschleifen (Boden), Zementhaut / Schlämme
Betonnutfräsen
Vorgang zum Einfräsen geradliniger Nuten in einen Beton-Boden oder eine Betonwand mit einer mit Diamantscheiben ausgestatteten Nutfräse. Die Nuten werden für die Verlegung eingebetteter Leitungen (Kabel, Rohre), für Dehnungsfugen oder für rutschhemmende Oberflächenbehandlungen verwendet.
Siehe auch: Diamant-Trennscheibe, Betonbohren, Quellennahe Erfassung
Betonoberflächen-Behandlung
Gesamtheit der mechanischen Vorgänge (Schleifen, Fräsen, Kugelstrahlen, Scarifizierung) zur Vorbereitung der Oberfläche eines Bodens oder Estrichs vor dem Aufbringen eines Belags, eines Härters oder einer Abdichtungsbehandlung. Die Qualität der Oberflächenbehandlung bestimmt direkt die Dauerhaftigkeit des fertigen Systems.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), Kugelstrahlen, Scarifizierung / Fräsen, Oberflächenkohäsion
Betonpolieren
Abfolge von Schleifpässen mit steigender Körnung (vom Grobschliff bis zur Spiegelglanzoberfläche), um eine glänzende, dichte und dichte Betonoberfläche zu erzielen. Das Polieren kann trocken oder mit Wasser durchgeführt werden und verwendet Diamantteller mit aufeinander folgenden Körnungen von 30 bis 3000 Mesh.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), Diamantteller, Schleifkorn (Mesh), Industrieboden
Betonsäge
Thermische oder elektrische Säge mit einer Diamantscheibe zum tiefen Schneiden von Beton, Stahlbeton oder Asphalt. Die Betonsäge wird für Grabenschnitte, Dehnungsfugen und selektiven Rückbau verwendet; sie kann trocken oder mit Wasserkühlung betrieben werden.
Siehe auch: Diamant-Trennscheibe, Betonnutfräsen, Quellennahe Erfassung
Betonschleifen (Boden)
Mechanischer Schleifvorgang der Oberfläche eines Betonbodens zur Verbesserung der Ebenheit, Entfernung der Zementhaut und Vorbereitung des Untergrunds für das Verlegen eines Belags oder eine Oberflächenbehandlung. Er wird mit Einscheiben- oder Mehrscheiben-Schleifmaschinen mit Diamantteldern durchgeführt.
Siehe auch: Diamantteller, Zementhaut / Schlämme, NF EN 13813, Ebenheitsindex, Oberflächenkohäsion
Bürstenloser Motor
Elektromotor ohne Kohlebürsten (bürstenloser Gleichstrom- oder BLDC-Motor), bei dem die Kommutierung elektronisch und nicht durch mechanische Reibung erfolgt. Der Wegfall der Kohlebürsten eliminiert den Reibungsverschleiß, verlängert die Lebensdauer, reduziert Wärmeverluste und verbessert den Wirkungsgrad, was sich in einer konstanteren Leistungsabgabe und reduziertem Wartungsaufwand niederschlägt.
Siehe auch: Werkzeuglebensdauer (MTBF), IP65 (Schutzart)
Diamant-Trennscheibe
Kreisförmige Scheibe, deren Peripherie mit gesinterten Diamantsegmenten oder Dauerbelegung besetzt ist, zum Schneiden von Beton, Stahlbeton, Keramik oder Stein. Die Wahl der Scheibe hängt vom zu schneidenden Material, der Härte der Zuschläge und der Kühlmethode ab (trocken oder mit Wasser).
Siehe auch: Diamant-Verbrauchsmittel, Diamantsegment, Gesinterter Diamant, Betonnutfräsen
Diamant-Verbrauchsmittel
Schleifartikel, dessen aktiver Teil synthetische Diamantkristalle enthält, die in einer metallischen, kunstharzgebundenen oder galvanisch abgeschiedenen Matrix gebunden sind. Diamant-Verbrauchsmittel (Teller, Scheiben, Bohrkronen, Segmente) werden zum Schleifen, Fräsen, Kernbohren und Sägen harter Materialien wie Beton, Stein oder Fliesen verwendet.
Siehe auch: Diamantteller, Diamant-Trennscheibe, Diamantbohrkrone, Diamantsegment, Metallbindung, Kunstharzbindung
Diamantbohrkrone
Hohlzylindrisches Werkzeug, dessen aktive Kante mit gesinterten oder galvanisch abgeschiedenen Diamantsegmenten besetzt ist. Auf einer Bohr- oder Kernbohrmaschine montiert, ermöglicht es das Bohren großer Durchmesser in Stahlbeton, Ziegel oder Stein, mit Wasserkühlung oder Trockenbetrieb je nach Bohrkronentyp.
Siehe auch: Kernbohrung, Diamantsegment, Betonbohren
Diamantsegment
Aktives Element einer Bohrkrone oder einer Diamantscheibe, bestehend aus einer gesinterten Metallmatrix mit synthetischen Diamantkristallen. Die Segmente werden gelötet oder laserverschweißt auf dem Werkzeugkörper befestigt; ihre Zusammensetzung (Bindungstyp, Konzentration und Diamantgröße) ist an die Härte und Abrasivität des bearbeiteten Materials angepasst.
Siehe auch: Diamantbohrkrone, Metallbindung, Gesinterter Diamant, Diamant-Verbrauchsmittel
Diamantteller
Kreisförmiges Schleifwerkzeug, das mit Segmenten oder diamantbesetzten Pastillen bestückt ist, montiert auf einer Einscheiben- oder Mehrscheiben-Schleifmaschine. Die Teller sind in verschiedenen Körnungen (Mesh) für die Phasen Abschleifen, Mittelschliff und Betonfinish erhältlich.
Siehe auch: Schleifkorn (Mesh), Diamant-Verbrauchsmittel, Betonschleifen (Boden), Diamantsegment
Ebenheitsindex
Maß für die geometrische Gleichmäßigkeit eines Bodens, ausgedrückt durch die maximal zulässige Abweichung unter einem Referenzlineal (in der Regel 2 m). Die Norm NF EN 13813 klassifiziert Estriche nach ihrer Ebenheitstoleranz; Industrieböden und für Dünnbeläge vorgesehene Böden erfordern strenge Grenzwerte.
Siehe auch: NF EN 13813, Betonschleifen (Boden), Oberflächenkohäsion
Einscheiben-Schleifmaschine
Bodenschleifmaschine mit einem einzigen rotierenden Großteller, geeignet für ebene Flächen und breite Bereiche. Die Rotationsgeschwindigkeit des Tellers und seine Drehrichtung bestimmen den Anpressdruck und die Aggressivität der Behandlung.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), Diamantteller, Mehrscheiben-Schleifmaschine
Estrich
Schicht aus Mörtel oder Magerbeton, die auf einen Boden gegossen wird, um seine Oberfläche zu egalisieren, Leitungen zu integrieren oder den tragenden Abschluss eines Bodenbelags zu bilden. Die Norm NF EN 13813 klassifiziert Estriche nach ihrer Druck-, Biege- und Verschleißfestigkeit.
Siehe auch: NF EN 13813, Ebenheitsindex, Zementhaut / Schlämme, Betonschleifen (Boden)
Gebundenes Schleifmittel
Schleifartikel, bei dem die Schleifkörner (Korund, Siliziumkarbid, Diamant) in einer starren Matrix (Schleifscheibe, Teller) gebunden sind. Das gebundene Schleifmittel unterscheidet sich vom beschichteten Schleifmittel (Schleifpapier) durch seine Fähigkeit, im Tauchbetrieb oder an sehr harten Materialien zu arbeiten.
Siehe auch: Diamant-Verbrauchsmittel, Metallbindung, Kunstharzbindung
Gesinterter Diamant
Herstellungsverfahren für Diamantsegmente, bei dem die Kristalle durch Sintern (Heißpressen eines Metallpulvers) gebunden werden. Das gesinterte Verfahren bietet eine hohe Standzeit und eignet sich für schleifende Materialien. Im Gegensatz dazu sind galvanisch beschichtete Werkzeuge (Diamanten durch Galvanik abgeschieden) aggressiver, verschleißen aber schneller.
Siehe auch: Diamantsegment, Metallbindung, Diamant-Verbrauchsmittel
Haftung (Belag)
Fähigkeit eines Belags (Harz, Farbe, Estrich), dauerhaft mit dem Betonuntergrund unter mechanischen und thermischen Beanspruchungen verbunden zu bleiben. Die Haftung wird durch einen Zugversuch (Pull-off) in MPa gemessen und hängt direkt von der Untergrundvorbereitung ab (Ebenheit, Kohäsion, offene Porosität).
Siehe auch: Oberflächenkohäsion, Rauheitsprofil (CSP), Betonoberflächen-Behandlung
HEPA-Filter
Hocheffektiver Partikelluftfilter (High Efficiency Particulate Air), klassifiziert nach der Norm EN 1822. Ein HEPA-Filter H13 hält mindestens 99,95 % der Partikel mit 0,3 Mikron zurück, während ein H14 99,995 % erreicht. Diese Filter sind in Saugern der Klasse H zur Erfassung gefährlicher Stäube integriert.
Siehe auch: Absaugung Klasse H, Absaugung Klasse M, Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub)
Industrieboden
Bodenbelag, der für schwere Lasten, Gabelstaplerverkehr und intensive mechanische oder chemische Beanspruchungen ausgelegt ist. Industrieböden aus poliertem Beton, Epoxidharz oder Polyurethan erfordern eine sorgfältige Untergrundvorbereitung (Ebenheit, Kohäsion, Haftung) gemäß der Norm NF EN 13813.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), NF EN 13813, Ebenheitsindex, Oberflächenkohäsion
Industriesauger
Absauggerät für den intensiven Baustelleneinsatz, klassifiziert nach der Filtrationseffizienz (Klasse L, M oder H gemäß EN 60335-2-69). Im Gegensatz zu Haushaltssaugern verfügen Industriesauger über eine geeignete Behälterkapazität, einen hohen Luftdurchsatz und austauschbare Filter, die mit gefährlichen Stäuben kompatibel sind.
Siehe auch: Absaugung Klasse H, Absaugung Klasse M, HEPA-Filter
Integrierte Entstaubung
Konfiguration eines handgehaltenen Elektrowerkzeugs, die eine quellennahe Erfassung (Deflektor, Absaugkappe) mit einem direkt am Werkzeug angeschlossenen Sauger der Klasse M oder H verbindet. Die integrierte Entstaubung ist die wirksamste Lösung zur Einhaltung der OEW auf Baustellen mit gefährlichen Stäuben.
Siehe auch: Quellennahe Erfassung, Absaugung Klasse H, Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW), Absaugdeflektor
IP65 (Schutzart)
Klassifizierung gemäß Norm IEC 60529, die anzeigt, dass ein Gerät vollständig gegen Staub (Ziffer 6) und gegen Wasserspritzstrahlen aus allen Richtungen (Ziffer 5) geschützt ist. Für Bauwerkzeuge garantiert IP65 den Einsatz in staubiger und feuchter Umgebung ohne Risiko interner Beschädigung.
Siehe auch: Werkzeuglebensdauer (MTBF), Bürstenloser Motor
Kernbohrung
Bohrvorgang zum Extrahieren eines Materialzylinders (Beton, Stein, Mauerwerk) mithilfe einer rotierenden Diamantkernbohrkrone. Die Kernbohrung dient zur Schaffung von Aussparungen für Leitungsdurchführungen (Wasser, Strom, Lüftung) oder zur Entnahme von Proben zur Analyse.
Siehe auch: Diamantbohrkrone, Betonbohren, Diamantsegment
Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub)
Kristallisierte Form des Siliziumdioxids (hauptsächlich Quarz und Cristobalit), die in Beton, Mörtel, Ziegel und Naturstein vorkommt. Das Einatmen von kristallinem Siliziumdioxidstaub kann Silikose verursachen und ist von der IARC als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft. Der französische OEW beträgt 0,1 mg/m³ für Quarz.
Siehe auch: Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW), Absaugung Klasse H, Alveolengängiger Staub, Quellennahe Erfassung
Kugelstrahlen
Oberflächenbehandlungsverfahren, bei dem Stahlkugeln (Strahlmittel) mit hoher Geschwindigkeit auf den Beton projiziert werden, um Zementleim zu entfernen und die Poren zu öffnen. Das Kugelstrahlen erzeugt ein standardisiertes Rauheitsprofil (CSP), das für die Haftung von Bodenbelägen günstig ist, und erzeugt wenig Staub, da die Strahlmittel im geschlossenen Kreislauf zurückgewonnen werden.
Siehe auch: Zementhaut / Schlämme, Oberflächenkohäsion, Scarifizierung / Fräsen, Stocken / Bossieren
Kunstharzbindung
Matrix auf Basis von Kunstharz (Phenolharz, Epoxid oder Polyimid), die zur Bindung der Schleifmittel in Schleifscheiben und Polierteldern verwendet wird. Kunstharzbindungen bieten gute Elastizität und einen sauberen Schnitt; sie eignen sich gut für Feinschliff und Betonpolieren.
Siehe auch: Metallbindung, Diamant-Verbrauchsmittel, Diamantteller
Mehrscheiben-Schleifmaschine
Bodenschleifmaschine mit mehreren gegenläufigen Rotationsköpfen, die eine erhöhte Stabilität, bessere Ebenheit und einen gleichmäßigeren Abtrag als die Einscheibenmaschine bietet. Wird für große Industrieflächen eingesetzt und minimiert Drehmuster.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), Diamantteller, Einscheiben-Schleifmaschine
Metallbindung
Sinterbasis aus Metallpulvern (Kobalt, Bronze, Eisen, Wolfram), in die die Diamantkristalle eines Segments oder Tellers eingebettet sind. Die Härte der Bindung wird je nach Abrasivität des zu bearbeitenden Materials gewählt: weiche Bindung für harten Beton, harte Bindung für weichen oder abrasiven Beton.
Siehe auch: Gesinterter Diamant, Diamantsegment, Diamant-Verbrauchsmittel
Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE)
Erkrankungen der Muskeln, Sehnen, Nerven und Gelenke, die durch repetitive Bewegungen, Zwangshaltungen oder anhaltende Vibrationen verursacht werden. MSE sind nach französischer Statistik die häufigste Berufskrankheit; ihre Prävention im Bauwesen erfolgt insbesondere durch Belastungsminderungsvorrichtungen und die Begrenzung der Vibrationsexposition.
Siehe auch: Belastungsminderung (Vorrichtung), A(8) Vibrationen, Richtlinie 2002/44/EG, Passives Exoskelett
NF EN 13813
Europäische Norm, die die Anforderungen an Estrichmaterialien für Innenböden festlegt. Sie legt die Klassen der Druck- (C), Biege- (F) und Verschleißfestigkeit (A) sowie die Kriterien für Ebenheit, Oberflächenkohäsion und Oberflächenhärte fest, die vor dem Verlegen von Belägen anzuwenden sind.
Siehe auch: Ebenheitsindex, Oberflächenkohäsion, Betonschleifen (Boden)
Oberflächenkohäsion
Mechanische Festigkeit der Oberflächenschicht eines Betonuntergrundes, gemessen durch direkten Zug (Pull-off-Versuch) in MPa. Die Norm NF EN 13813 definiert Mindestkohäsionswerte je nach Festigkeitsklasse des Estrichs; ein unzureichend kohäsiver Untergrund muss vor dem Aufbringen einer Beschichtung behandelt werden.
Siehe auch: NF EN 13813, Zementhaut / Schlämme, Betonschleifen (Boden)
Passives Exoskelett
Mechanische Vorrichtung, die vom Bediener getragen wird, um die Wirbelsäule, die Schultern oder die oberen Gliedmaßen bei Arbeiten in erhöhter Position oder in Zwangshaltung zu stützen. Im Gegensatz zu aktiven (motorisierten) Exoskeletten geben passive Modelle die Energie über Federn oder Gummibänder zurück, ohne Stromversorgung.
Siehe auch: Belastungsminderung (Vorrichtung), Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), A(8) Vibrationen
Quellennahe Erfassung
Vorsorgeprinzip, bei dem Stäube so nah wie möglich am Entstehungsort abgesaugt werden, bevor sie sich in der Umgebungsluft ausbreiten. Die quellennahe Erfassung ist die wirksamste Methode zur Reduzierung der Exposition der Bediener, wird von der INRS empfohlen und ist für bestimmte geregelte Stäube vorgeschrieben.
Siehe auch: Absaugung Klasse H, Beruflicher Expositionsgrenzwert (OEW), Kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub), Asbest (Fasern)
Rauheitsprofil (CSP)
Normierte Klassifizierung (Concrete Surface Profile) des Oberflächenzustands von Beton nach mechanischer oder chemischer Behandlung, von CSP 1 (glatte Oberfläche) bis CSP 10 (sehr raue Oberfläche). Jede Klasse entspricht einem empfohlenen mechanischen Anker für verschiedene Belagsarten oder Harze.
Siehe auch: Kugelstrahlen, Scarifizierung / Fräsen, Stocken / Bossieren, Oberflächenkohäsion
Richtlinie 2002/44/EG
Europäische Richtlinie über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch mechanische Schwingungen. Sie legt die Auslöse- und Expositionsgrenzwerte für Hand-Arm-Vibrationen und Ganzkörpervibrationen fest und verpflichtet den Arbeitgeber, dieses Risiko zu bewerten und zu reduzieren.
Siehe auch: A(8) Vibrationen, Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), Belastungsminderung (Vorrichtung)
Scarifizierung / Fräsen
Mechanische Oberflächenbehandlung mit Rotoren, die mit Hartmetall- oder Stahlwerkzeugen bestückt sind, zum Aufrauen eines Betons, Entfernen eines beschädigten Estrichs oder Abfräsen eines Belags. Die Scarifizierung ist aggressiver als das Schleifen und erzeugt ein hohes Rauheitsprofil (CSP 5 bis 9).
Siehe auch: Betonfräsen, Kugelstrahlen, Rauheitsprofil (CSP), Zementhaut / Schlämme
Schallpegel (dB)
Physikalische Größe, die den von einem Werkzeug emittierten Schalldruck in Dezibel (dB) ausdrückt. Der Schalldruckpegel am Arbeitsplatz (LpA) und die Schallleistung (LwA) sind die beiden normierten Kennwerte, die von Herstellern angegeben werden. Über 85 dB(A) ist das Tragen von Gehörschutz gemäß Richtlinie 2003/10/EG vorgeschrieben.
Siehe auch: Werkzeuglebensdauer (MTBF), Richtlinie 2002/44/EG
Schlagenergie (Joule)
Charakteristischer Parameter eines Bohrhammers oder Abbruchhammers, der die beim jedem Aufprall auf das Werkzeug übertragene kinetische Energie in Joule (J) gemäß der Norm EPTA 05 ausdrückt. Eine hohe Energie ermöglicht schnelleres Arbeiten in harten Materialien, erhöht aber die Vibrationsexposition.
Siehe auch: SDS-Bohrhammer, A(8) Vibrationen, Richtlinie 2002/44/EG
Schleifkorn (Mesh)
Indikator für die Partikelgröße der Schleifmittel eines Schleif- oder Fräswerkzeugs. Die Mesh-Graduierung ist umgekehrt proportional zur Korngröße: Korn 30 Mesh ist grob (Abschleifen, Vorschliff) und Korn 400 Mesh ist fein (polierte Oberfläche). Die Wahl des Korns bestimmt die Materialabtragungsrate und den erzielten Oberflächenzustand.
Siehe auch: Diamantteller, Betonschleifen (Boden), Diamant-Verbrauchsmittel
Schwindfuge / Trennfuge
Einschnitt in einer Platte oder einem Estrich zur Kontrolle der Rissbildung durch Schwinden des Betons beim Trocknen oder durch thermische Ausdehnung. Trennfugen werden innerhalb präziser Zeiträume nach dem Betonieren mit einer Säge oder Nutfräse geschnitten und anschließend mit einem geeigneten elastischen Fugendichtstoff verfüllt.
Siehe auch: Betonnutfräsen, Diamant-Trennscheibe, Estrich
SDS-Bohrhammer
Handgehaltenes Elektrowerkzeug, das Rotation und Schlagbewegung zum Bohren in Beton, Mauerwerk oder Stein kombiniert. Das SDS-Befestigungssystem (Slotted Drive System) in den Versionen SDS-Plus und SDS-Max ermöglicht einen schnellen Bohrerwechsel und eine effiziente Übertragung der Schlagenergie, gemessen in Joule.
Siehe auch: Betonbohren, Kernbohrung
Stahlbeton
Baustoff, der Zementbeton mit einer Stahlbewehrung (hochfeste Bewehrungsstähle) verbindet. Die Anwesenheit von Stählen beeinflusst die Wahl der Diamantwerkzeuge (Segmente mit verstärkter Formulierung) und erfordert Vorsichtsmaßnahmen beim Kernbohren oder Trennen, um die Beschädigung der Bewehrung zu vermeiden.
Siehe auch: Kernbohrung, Diamantbohrkrone, Diamant-Trennscheibe
Stocken / Bossieren
Oberflächenbehandlungsverfahren, bei dem Beton oder Stein mit einem Werkzeug mit pyramidenförmigen Spitzen (Stockhammer) bearbeitet wird, um eine gleichmäßige Rauheit zu erzeugen. Dieser Vorgang verbessert die Haftung nachfolgender Beschichtungen und kann maschinell mit geeigneten Rotationsköpfen durchgeführt werden.
Siehe auch: Kugelstrahlen, Scarifizierung / Fräsen, Oberflächenkohäsion
Wand- und Deckenschleifen
Anwendung des maschinellen Schleifens auf vertikale und hochliegende horizontale Flächen zur Behandlung von Putz, Gips und Farben. Die dafür geeigneten Werkzeuge verfügen über Gelenkköpfe und Teleskopstangen, um Flächen in der Höhe zu erreichen und dabei Zwangshaltungen des Bedieners zu minimieren.
Siehe auch: Betonschleifen (Boden), Belastungsminderung (Vorrichtung), Quellennahe Erfassung
Werkzeuglebensdauer (MTBF)
Der MTBF (Mean Time Between Failures, mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) ist ein Zuverlässigkeitsindikator für Industriegeräte. Bei handgehaltenen Elektrowerkzeugen für Baustellen wird er in Betriebsstunden ausgedrückt und bestimmt die Intervalle der vorbeugenden Wartung.
Siehe auch: Bürstenloser Motor, IP65 (Schutzart)
Winkelschleifer
Handgehaltenes Elektrowerkzeug, dessen Arbeitsspindel senkrecht zur Motorachse steht, zum Schleifen, Trennschleifen oder Polieren ebener oder profilierter Flächen. In mehreren Durchmessern erhältlich (115 bis 230 mm), nimmt es verschiedene Zubehörteile auf: Trennscheiben, Fächerscheiben, Diamantteller.
Siehe auch: Diamant-Trennscheibe, Diamantteller, Bürstenloser Motor
Zementhaut / Schlämme
Poröse und wenig belastbare Oberflächenschicht, die sich auf der Oberfläche von Frischbeton durch Aufsteigen des Anmachwassers bildet. Die Zementhaut muss vor dem Aufbringen einer Beschichtung oder eines Estrichs durch Schleifen, Kugelstrahlen oder Fräsen entfernt werden, um eine gute Haftung zu gewährleisten.
Siehe auch: Kugelstrahlen, Scarifizierung / Fräsen, Betonschleifen (Boden), Oberflächenkohäsion

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